|
Abteilung Badminton
Badminton – das vielseitigste Spiel der Welt
Fast jeder hat schon einmal selber Federball gespielt. Trotz dieser Vertrautheit wird Federball oft fälschlicherweise mit der Wettkampfsportart Badminton verglichen oder gar gleichgesetzt. Das Spiel, welches – meisterhaft gespielt – mühelos und einfach aussieht, ist harter Wettkampfsport. Der Federball erreicht bei den krachenden Schmetterschlägen Anfangsgeschwindigkeiten von bis zu 300 km/h. Obwohl der Ball im Flug rasch bremst, ist er nur durch blitzschnelle Reaktionen zu erreichen. Die Notwendigkeit, von athletischen Angriffshandlungen auf weiches und präzises Spiel am Netz umzustellen, erfordert viel Ballgefühl und gute Koordination. Der leichte Schläger ermöglicht darüber hinaus rasche Richtungsänderungen ohne vorhersehbare Ausholbewegungen. Diese Tatsache macht Badminton zu einem extrem raffiniertenen und fintenreichen Spiel. Dem schnellen, genauen und trickreichen Angriffsspiel ist nur durch gute Reflexe und sehr bewegliche Laufarbeit zu begegnen. An die Wendigkeit werden höchste Ansprüche gestellt. Der Badmintonspieler läuft blitzschnell zum Ball, stoppt, schlägt den Federball über das Netz und kehrt sofort wieder zurm Zentralpunkt zurück. Die schnellkräftigen Laufbewegungen in Verbindung mit den präzisen Schlägen stellen hohe Anforderungen an das konditionelle und technische Vermögen des Spielers. Häufige lange Ballwechsel und eine lange Spieldauer erfordern eine gut entwickelte Kondition.
Auf niedrigerem Leistungsniveau bietet Badminton dem Hobbysportler die Möglichkeit, seinen ganzen Körper bei freudvollem und abwechslungsreichem Spiel durchzuarbeiten. Dies gilt für die ganze Familie, denn alle Alters- und Leistungsstufen kommen auf ihre Kosten. Kinder ab ca. 7 Jahren können dabei ebenso ihren Spass haben wie Vater, Mutter und ältere Sportler. Eine Dosierung der Anstrengung ist durch die Auswahl enes geeigneten Spielpartners leicht möglich.
Wettbewerbe
Weltmeisterschaften
Die erste WM für Einzelspieler 1977 in Malmö (Schweden)
Thomas Cup
Alle 2 Jahre durchgeführte Weltmeisterschaft für Herrennationalmannschaften
Uber Cup
Alle 2 Jahre durchgeführte Weltmeisterschaft für Damennationalmannschaften
Sudirman Cup
Alle 2 Jahre durchgeführte Weltmeisterschaft für Mixed-Nationalmannschaften
Europameisterschaften
Alle 2 Jahre Durchführung der Einzel- und Team-EM
Olympische Disziplin
seit 1992
All England Championships
Bis 1977 inoffizielle Weltmeisterschaft, heute prestigeträchtiges Event der BWF-Turnier-Serie
German Open
Alljährliches an wechselnden Orten durchgeführtes internationales BWF-Turnier. Die Organisatoren begrüssen jedes Jahr die weltbesten Badmintonspieler. Preisgeld ca. 80.000€.
Die Ausrüstung
Der Schläger – das Racket
Die Badmintonschläger – unter den Spielern wird meist der Begriff Racket benützt – werden heutzutage meist einteilig aus Carbon oder Kohlefaser hergestellt (früher auch aus Holz, Aluminium und Stahl). Die Rackets wiegen in der Regel zwischen 80-120g. Die Racketpreise gehen bis zu 300 €, was eher die Ausnahme ist.
Merke: Ein teurer Schläger nützt einem nichts wenn man damit nicht umgehen kann. Selbst in der Weltspitze vertrauen einzelne Spieler seit Jahren auf ihre altbewährten Schläger, die zum Teil nur noch für sie selbst vom Hersteller produziert werden.
Die Bespannung
Unterschieden wird zwischen Naturdarm- und Synthetiksaiten. Heute spielt man fast ausschliesslich die künstlichen Saiten, weil der Naturdarm zwar bessere Elastizität und Spieleigenschaften aufweist, aber einerseits zu teurer ist, andererseits verschleissanfällig und meist nur von kurzer Lebensdauer ist und ausserdem eine sehr sorgfältige Behandlung verlangt. Bespannungshärten gehen von 8-14kg. Allerdings ist eine Härte von über 10kg nicht für den ungeübten Spieler geeignet. Die Spitzenspieler benötigen oftmals zwei bis drei Schläger pro Partie, weil die harte Bespannung von bis 14kg der grossen Belastung nicht über ein ganzes Spiel stand hält. Hierzulande werden üblicherweise 8,5-12kg bespannt.
Das Griffband
Es wird je nach belieben in ein-, zwei- oder dreifacher Lage auf das Schlägerheft gewickelt. Für grössere Hände sind dicke Schlägerhefte zu empfehlen, da sie härter umgriffen werden können. Gewickelt wird von unten zum Schlägerkopf hin überlappend. Der Handschweiss sollte aufgesaugt werden können (Gefahr des wegschleuderns!).
Der Federball
Er besteht aus Korb und Fuss. In den mit dünnem Leder oder Kunststoff überzogenen Korkfuss des Naturfederballs sind 16 Enten- oder Gänsefedern eingeleimt. Nach der Regel darf ein Federball 4,73-5,5gr wiegen. Naturfederbälle sind gegenüber synthetischen Bällen (die für Anfänger- und Trainingszwecke völlig ausreichen!) mit den wesentlich besseren Flugeigenschaften ausgestattet. In den hochklassigeren Bewerben wird daher ausschliesslich mit Naturfedern gespielt. Der Verschleiss ist allerdings hoch. Während eines Spiels kommt es nicht selten vor, dass ein ganzes Dutzend Bälle verbraucht wird, da im Badminton viel mit geschnittenen Schlägen gearbeitet wird. Sobald eine Feder geknickt oder abgebrochen ist, verliert der im Badmintonjargon „Shuttle“ genannte Federball sofort die erwähnt guten Flugeigenschaften. Eine Rolle mit 12 Stück kostet je nach Qualität zwischen 15-30€.
Kleidung und Schuhe
Es sollte angenehme und lockere, jedoch nicht fliegende (zu weite) Kleidung getragen werden. Zu empfehlen sind kurze Hosen, Röcke und T-Shirts oder Trikots, die den Schweiss absorbieren. Bei langen Nylonhosen besteht beim rutschen auf Hallenboden verletzungsgefahr durch einbrennen! Die Schuhe sollen eine nichtfärbende Sohle mit griffigem Profil haben. Ausserdem ist eine Dämpfung im Zehen- und Fersenbereich und gute Stabilität trotz Elastizität zu empfehlen.
|